THEATER IM LENDBRÄUKELLER
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KUNST DER GOTT DES GEMETZELS YASMINA REZA
07. MAI 2010

ZUM STÜCK

Ein an sich harmloser Spielplatzstreit endet nicht ganz so harmlos: Ferdinand schlägt Bruno mit einem Stock ins Gesicht, was eine geschwollene Lippe und zwei abgebrochene Zähne zur Folge hat. Die Eltern der beiden Jungen kommen zusammen, um die Sache – wie sich das in zivilisierten, gebildeten Kreisen gehört – in aller Ruhe und vernünftig zu besprechen. Doch schon bei der Formulierung der Stellungnahme für die Versicherung gibt es erste Meinungsverschiedenheiten. Das nachmittägliche Treffen bei Kaffee und Kuchen beginnt zu entgleisen, die bürgerliche Fassade blättert mehr und mehr ab, bis – nachdem ein paar Gläser Rum das übrige getan haben – endgültig der „Gott des Gemetzels“ die Herrschaft übernimmt …

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„Der Gott des Gemetzels“ ist nach „Kunst“ meine zweite Yasmina-Reza-Inszenierung. Hier wie dort fällt sofort auf, wie sehr diese Frau ihr Handwerk beherrscht. Selten findet man so messerscharf geschliffene Dialoge, so klug und pointiert geschrieben, so genau und präzise dem Leben abgeschaut. Da istnichts Überflüssiges, kein schmückendes Beiwerk, da gibt es nichts zu streichen, hat alles seinen Sinn und seine Berechtigung. „Der Gott des Gemetzels“ läuft in „Echtzeit“ ab. Die Autorin schickt ihre Figuren für eineinhalb Stunden in den Ring, ohne Unterbrechung, ohne Zeitsprünge. Ein dramatisches Virtuosenstück und eine große Herausforderung für die Schauspieler und mich als Regisseur, zumal die kleine Lendbräu-Kellerbühne die Situation noch um einiges unausweichlicher macht. Da gibt es wirklich kein Entkommen.

Christian Himmelbauer

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ZUR AUFFÜHRUNG

REGIE Christian Himmelbauer DARSTELLER Anja Pölzl
BÜHNENBILD Fritz Bachmann   Christian Unterberger
KOSTÜME Silvia Fritz   Sonja Kainz
TECHNIK David Plattner
Daniel Nöckl
  Edwin Hochmuth
PRESSEARBEIT Susanne Schartner    
GRAFIK Tamara Baumann    
FOTOS Kurt Schartner    
 
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