THEATER IM LENDBRÄUKELLER
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DIE ERÖFFNUNG DIE ERÖFFNUNG 3 PREMIEREN
AN 3 TAGEN

Sehr geehrte TheaterbesucherInnen!

Vor ca. 3 Jahren entwickelte sich aus einem Schauspiel-workshop in Zusammenarbeit mit den Schwazer Schulen eine junge, freche und engagierte Schauspieltruppe unter dem Namen "Acting+". Nach mehreren Projekten, wie den Stücken "Dreckiges Sauschlachten", "Hirn und Harn" oder "Titanik" gelang mit "Kunst" der Sprung zur Vereinsbildung.
Als Verein "beiläufig" setzten wir uns zum Ziel, eine fixe Spielstätte in Schwaz einzurichten, in der es gelingen sollte, "unseren Theatergeist" auf die Bühne zu bringen. Ein Garant dafür ist Regisseur Markus Plattner, der mit "Stigma" von Felix Mitterer, eine Gemeinschafts-produktion mit der Werksbühne Tyrolit, tirolweit sein künstlerisches Schaffen in den Mittelpunkt stellte.
Mit dem "Theater im Lendbräukeller" bieten wir nun ein fixes Jahresprogramm. Geplant sind neben zahlreichen Kleinveranstaltungen wie Sitcoma, fünf Stücke, wobei jedes Jahr ein regionaler Autor gespielt werden soll. In dieser Saison kommen nach dem Eröffnungspaket "Sehnland" von Markus Plattner und "Der Klassenfeind" von Nigl Williams im Theater im Lendbräukeller zur Aufführung.

DIE ERÖFFNUNG

Junge Leute an Theater heranzuführen, bedeutet gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen. Dies ist eine große Herausforderung für den Verein und den gesamten Vorstand. Diese Verantwortung bietet aber auch die Chance, einen fixen, lebendigen und nachhaltigen Kulturtreffpunkt zu schaffen. In Schwaz haben wir mit Sicherheit die besten Voraussetzungen. Eine historisch gewachsenen, lebendige Theaterkultur ist für die Umsetzung unserer Idee sehr hilfreich. Vielleicht ist das Theater im Lendbräukeller sogar die logische Folge einer aktiven Theaterszene.

Aufgrund der großzügigen Unterstützung durch den Eigentümer des Lendbräukellers, Karl Neururer, konnte unsere Idee rasch umgesetzt werden: Monatelange Verhandlungen mit Sponsoren, Firmen und Öffentlichen Einrichtungen und vor allem der Einsatz unserer Vereinsmitglieder machte das Unmögliche möglich. Die Liste der Dankesworte würde den Rahmen sprengen. Besondere Erwähnung gelten Barbara und Karl Neururer, der Stadt Schwaz, speziell dem Kulturausschuß, dem Land Tirol, dem Bund und der Sparkasse Schwaz. Weiters dem Wiener Regisseur- und Filmemacher Ernst Kaufmann, der unsere Arbeit filmisch dokumentiert. Danken möchten wir auch speziell unserem Ehrenmitglied Anton Plattner, der viele Stunden mit dem Bau von Bühne und Bühnenbild beschäftigt war. Erwähnt sei auch die Firma Stauder und ihre Mitarbeiter, die mit größtem persönlichen Einsatz für die zeitgemäße Fertigstellung des Theaters gesorgt haben.
Freuen dürfen wir uns über die gute Zusammenarbeit mit Andrea und Wolfi Mühlbacher vom Restaurant Lendbräu, die von unserem Vorhaben überzeugt sind und uns immer wieder gut versorgten.

Wir wünschen Ihnen einen interessanten Theaterabend und würden uns freuen Sie wieder im Theater im Lendbräukeller begrüßen zu dürfen.

Stephanie Prantl, Matthias Hussl, Hermann Weratschnig

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DIE ERÖFFNUNG KUNST YASMINA REZA
10. FEBRUAR 2000

ZUM STÜCK

Das Stück ist ein bissiger, brilliant formulierter Beziehungsreigen, eine Eifersuchtskomödie mit heiterer Zeitgeistkritik. Genau gezeichnete Typen aus dem Bildungsbürgertum werden ironisch vorgeführt: Der um soziale Anerkennung bemühte Salonintelektuelle, der überlegene Zyniker, der neurotische Dauerverlierer. In ihrer Verzweiflung sind sie traurig und komisch zugleich.
Die moderne Kunst ist Spielmaterial und nicht das Thema. Das Bild ist Katalysator für einen eskalierenden verbalen Kampf, in dem sich drei Männer in wechselnden Koalitionen gegen den jeweils anderen verbünden. Schwächen werden genüsslich boshaft zur Schau gestellt, um Kleinigkeiten wird gestritten.

ZUR KUNST

Wieder einmal ein Beweis dafür, dass sogenannte Kunst-Diskussionen nicht mehr sind, als verzweifelte Versuche etwas zu zerlegen, was nicht zerlegbar ist. Ein heikles Thema also. Nicht zuletzt in unserem Land, wo man immer heftig “diskutiert”: Ist das nun Kunst? Fragt man sich, intellektualisiert man sich. Streitet man sich, schlägt man sich. Letztendlich verweigert man sich. Man verweigert sich solange, bis es einfach nur noch etwas ist, “was jeder machen kann”. Man verweigert sich, bis “es nur noch weiß” ist. Am Ende dieses Verklopfungsprozesses steht dann nur noch die Frage, was es wohl gekostet haben mag.

Hätten wir im Vorfeld dieser Produktion uns und das Bild im selben Ausmaß wie die Figuren im Stück oder diverse andere Figuren in der Realität verintellektualisiert, so stünden wir wohl heute noch wie Marionetten vor dem Kunstwerk: Peinlich, allein und stehengelassen. Wo sich jeder nur noch auf sein Gegenüber einstellt und dann mit “Jaaaa” und “Aha” vergebens versucht, etwas zu zerrechnen, was man eigentlich nur spüren kann.
Kunst lebt im Aufnehmen - im Eindruck - und im “Wirken lassen. Kunst lebt davon, am Leben gelassen zu werden.

YASMINA REZA

Yasmina Reza, Tochter einer ungarischen Mutter und eines iranischen Vaters, lebt und arbeitet als Autorin, Regisseurin und Schauspielerin in Paris. für “KUNST” wurde sie 1995 mit dem Prix Moliére ausgezeichnet. Das Stück war ihr Durchbruch zur weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin, Lionel Jospin verlieh ihr 1998 das Theaterehrenzeichen der Nation Frankreich.

ZUR AUFFÜHRUNG

REGIE Markus Plattner
DARSTELLER  
Yvan Christian Steinlechner
Marc Markus Plattner
Serge Matthias Hussl
   
REGIEASSISTENZ Maria Mitterlehner
BÜHNENBILD Anton Plattner
KOSTÜME Barbara Aschenwald
Barbara Pfister
Veronika Schwarz
LICHTTECHNIK/
TONTECHNIK
Florian Oberlechner
Verena Schopper
UMBAU Agnes Weitzhofer
Claudia Grässling
Stephanie Prantl
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DIE ERÖFFNUNG DIE PRÄSIDENTINNEN WERNER SCHWAB
11. FEBRUAR 2000

ZUM STÜCK

1. Drei Maschinen aus Fleisch, eingesperrt in einem Kellerloch und die äußere Welt drückt ihnen brutal die Schädel ein, bis “die Seelen auswandern”.
2. Aufziehbare Sprachmarionetten, die reden um zu leben.
3. Drei Staubsauger, die alles wieder ausspucken, was man ihnen eingesaugt hat. Also unter Schubumkehr leiden.
4. Körpermaschinen, die auf das Leben noch einen “draufleben” wollen.
5. Was sie wissen, wissen sie nicht und was sie nicht wissen, sprechen sie heraus.
Sogenannte “Schwabfiguren”

Brachial, anarchistisch und gegen alles, was “schön und gut ist und im Leben einen richtigen Sinn hat”. Makaber, anstandslos und so gar nicht “Literatur”. Jodelnde, jaulende und schreiende Marionetten, die immer dasselbe wiederholen, nämlich sich. Verfasst in einem Übermaß an Frechheiten und Überzeichnungen, bis es zur Komödie kommt, bis der lebendige Theatermensch sagt: ”Es darf gelacht werden.” Schwab interessiert kein sozial kritisches und gesellschaftspolitisches “Freudendrama”.

Er stellt drei Monster der Lebenslüge und des Stumpfsinns hin, mit all ihren verdrängten Abgründen. Er bohrt brutal nach dem Punkt des verlorenen Glücks, trägt unnachgiebig die verlogenen Schichten ab, um zu sehen, ob es darunter noch einen verschütteten Kern Ehrlichkeit gibt.
Konsequent nach Schwabs “Vorgaben” und aller nur erdenkbaren Weltfeindlichkeit und Brachialität wurde dieses Stück inszeniert und so wird es auch gespielt.

Und vergessen Sie nicht: “Lustig sein ist der Blütenstaub für die Seele.”

ZUR AUFFÜHRUNG

REGIE Markus Plattner
DARSTELLER
Grete Beate Steurer
Mariedl Elisabeth Treichl
Erna Gertraud Lamprecht
   
REGIEASSISTENZ Verena Schopper
BÜHNENBILD Anton Plattner
KOSTÜME Barbara Aschenwald
Barbara Pfister
Veronika Schwarz
LICHTTECHNIK/
TONTECHNIK
Florian Oberlechner
Verena Schopper
   
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DIE ERÖFFNUNG AUF HOHER SEE / STRIPTEASE SLAWOMIR MROZEK
12. FEBRUAR 2000

AUF HOHER SEE

Drei Menschen auf einem Floß - warum? Weis man nicht. Es geht um Hierarchien, ums Fressen und gefressen werden, auch wenn man keinen Hunger hat. Eine Groteske im Hintergrund - für alle, die Absurdes haben wollen.

Dem Autor Slawomir Mrozek geht es eigentlich um politische und gesellschaftliche Unterdrückung. Um Zwänge und Dränge. Vielen geht es aber um eine groteske und absurde Komödie, die dem intellektuellen Hintergrund um nichts nachsteht.
Philosophie oder Komödie? Es bleibt die Frage:” Wer wird gegessen und warum?”

STRIPTEASE

Zwei Frauen werden in einen Raum gestoßen. Absurd ist warum, absurd ist wieso. Es geht um Freiheit.
Die erste Frau, eine Amateurphilosophin, entscheidet sich ihre innere Freiheit zu bewahren und sich der Lage zu fügen. Sie will lieber Gefangene der Situation als Gefangene ihres Tuns sein.
Die zweite Frau hingegen unternimmt hektisch Befreiungsversuche. Sie sieht im Rahmen der gegebenen Handlungsfreiheit nur eine Möglichkeit: sie will der absurden Zwangslage entkommen. Während sie sich philosophierend aber auch streitend mit ihrer höchst absurden Situation auseinandersetzten, taucht eine Erscheinung auf, beraubt sie Stück für Stück ihrer Kleidung und fesselt sie schlussendlich aneinander. Kurzum: zwei Frauen ziehen sich aus usw.

SLAWOMIR MROZEK

Slawomir Mrozek wurde am 26. Juni 1930 in Borzecin, bei Krakau, geboren. Er studierte Architektur, Kunstgeschichte und Orientalistik. In Polen war er zunächst als Karikaturist erfolgreich. 1957 erschien sein erstes Buch mit satirischen Erzählungen. Es folgten seine Theaterstücke, mit denen er Weltruhm erlangte. Mrozek gehört zu den bedeutendsten Dramatikern unserer Zeit.

ZUR AUFFÜHRUNG

REGIE Markus Plattner
DARSTELLER AUF HOHER SEE
der Große Herman Weratschnig
der Mittlere Matthias Hussl
der Kleine Agnes Weitzhofer
der Briefträger Birgit Schwaiger
der Lakai Claudia Grässling
   
DARSTELLER STRIPTEASE
erste Frau Stephanie Prantl
zweite Frau Tanja Angerer
REGIEASSISTENZ Barbara Pfister
Veronika Schwarz
BÜHNENBILD Norbert Eisner
Anton Plattner
KOSTÜME Barbara Aschenwald
Barbara Pfister
Veronika Schwarz
LICHTTECHNIK/
TONTECHNIK
Florian Oberlechner
Verena Schopper
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